Die Absurdität des Roten Teppichs

Ich glaube seit es Menschen gibt, gibt es einen Roten Teppich. Interessant wäre es zu erforschen seit wann er rot, und aus Stoff ist. Menschen...

Ich glaube seit es Menschen gibt, gibt es einen Roten Teppich. Interessant wäre es zu erforschen seit wann er rot, und aus Stoff ist.
Menschen lieben und brauchen Unterschiede. Menschen wollen etwas besonderes sein und sie wollen von Anderen so gesehen werden. Menschen wollen andere Menschen, die besonders sind sehen, kennen, berühren, besser noch, von ihnen gesehen, gekannt oder berührt werden.
Was Menschen glücklich macht wenn sie oben stehen, “erfolgreich” sind und bewundert werden ist bekannt. Jeder hat es, vielleicht auch nur im ganz kleinen, schon einmal erlebt. Aber was ist es das einen Menschen einen Anderen bewundern lässt? Warum wollen Menschen in der Nähe eines Anderen, vermeindlich besondern Menschen sein? Meinen sie dass Ruhm abfärbt? Ich meine, im Sturm ihrer Begeisterung können sie sich für Momente, so wie der besondere Mensch fühlen, den sie bewundern.
Was wäre der Rote Teppich für die besonderen Menschen, wenn niemand da wäre, der sie bewundert. Und was könnte der Rote Teppich für die “normalen” Menschen sein, wenn sie einmal, ohne dass es jemand sieht, darüber gehen und sich selbst ganz besonders fühlen?
Überall in unserem Leben, in unserem Alltag lauern sie, die großen und kleinen Roten Teppiche. Besonders sein, bewundert werden, schon als kleines Kind genießen wir das gute Gefühl, des bewundert werdens. Später dann, wenn wir erkennen, dass in unserer Gesellschaft nicht jeder besonders sein kann, bewundern wir die, die es geschafft haben. Und unsere Bewunderung gibt uns ein kleinwenig ihrer Besonderheit, scheinbar. Wir gehören dazu, sind ein Teil von Ihnen, den Besonderen. Ja, wir machen sie zu dem was sie sind.
Du meinst, ihre besonderen Fähigkeiten machen sie zu etwas besonderem? – Nein, ganz sicher nicht. Es gibt viele Andere mit ihren Fähigkeiten, doch keiner kennt sie, niemand bewundert sie. Viele tun etwas besonderes, sind Helden, doch keiner bemerkt es. So bewundert sie niemand und sie sind nichts Besonderes, so wie ich und du.
So machen wir durch unsere Bewunderung irgendwelche Menschen zu etwas Besonderem, wir bringen diese Menschen, denen wir garnichts bedeuten, auf den Roten Teppich und stellen uns davor um sie zu bewundern.
Nochmal: die berühmten, tollen Menschen sind nicht besoners, weil sie so toll sind, sondern weil sie von uns bewundert werden. Würden wir sie nicht bewundern, wären sie so toll, wie viele andere auch und nichts besonderes mehr. – So lasst uns das besonders machen, was uns wichtig ist, Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge, Orte, die uns etwas bedeuten – angefangen bei uns selbst.
Und wenn wir genug davon haben, erkannt haben, dass jeder, dass alles auf seine Weise besonders ist, dann lassen wir es einfach sein. Finden die Menschen auf und neben den Roten Teppich gleichtoll und gleich liebenswert. So können wir, egal was wir erleben genießen. Es ist ein Spiel, unser Spiel, lasst es uns gemeinsam spielen, ohne trennende Größenunterschiede.

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