Brillen & Masken
Wir Menschen mögen unsere Brillen und Masken. Alles wird viel einfacher. Naja, nicht alles, das Kommunizieren und Selbsterkenntnis wird zur großen Aufgabe.
Brillen? – Wir haben nicht nur die rosarote, wenn wir gerade irgendwas neu haben oder neu verliebt sind. So viele andere Brillen haben wir noch. Wir wählen sie aus, passend zu dem wo wir gerade sind uns was wir gerade sehen wollen.
Und Masken? – Wir haben mehr davon als Kleidungsstücke. Wo gehen wir heute hin, was wollen wir heute von uns zeigen? Wie wollen wir heute gesehen werden?
Und das tollste, schauen wir in den Spiegel, sehen wir durch unsere Brille, auf unsere Maske. So sehen wir uns selbst doppelt verschleiert.

Ist alles gut so, wir Menschen sind so. Wir können nicht sehen was wirklich ist. Unsere Überzeugungen und unser Wertesystem filtert alles. Wir können nicht anders als uns so zu zeigen wie es gerade passt.
Schön wäre wenn wir es merken und ein wenig gelassener und authentischer werden.
Ist doch interessant dass der Mensch trotz seiner vielen Kommunikationsmöglichkeiten so viel Probleme damit hat.
Werte, all die Dinge, die man von außen sieht, das sind unsere Werte, die schöne Hecke und das Auto. So vieles gehört dazu – man macht das eben so. Wer ist eigentlich „man“? Sind das wirklich unsere Werte?
Vielleicht habe wir recht. Es zeugt nicht von Stärke, wenn wir damit hausieren gehen. Es ist wie mit einem Chef, wenn der sagt, ich bin der Chef ich bin, ich ich, dann ist er es nicht, dann ist es Schwäche. Wenn er einfach nur ist was er ist, dann erkennen ihn andere als das was er ist.
Mit 20 dachte ich, mit 40 ist man alt und darüber hinaus scheintot. Im Nachhinein betrachtet hatte ich wohl doch keine Ahnung.